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Mein 4. Rock: Ermelyn oder was macht die Frau Füchsin?

am 18. Mai 2010 geschrieben von silke

Die Skulptur auf dem Foto ist von Bernd Weyland. Sie ist am Ende des Artikels nochmals zu sehen.

Ermelyn -Die Füchsin
Weibliche Magie des sich-unsichtbar-Machens und Überlebenskünstlerin
Füchse sind schlau und geduldig. Sie können lange getarnt still halten, um ihre Beute intensiv zu erforschen, bis sie dann im richtigen Augenblick angreifen. Manchmal jagen Füchse durch „Bezauberung“: Sie vollziehen verschiedene Kapriolen in der Nähe einer Beute. Sie springen, rollen sich, jagen, rennen los um wieder zurück zu kehren und gewinnen auf diesem Weg die Aufmerksamkeit der Beute. Dabei kommen sie näher und näher, ohne das es das Beutetier bemerkt, denn es scheint fasziniert von diesen scheinbar harmlosen Kapriolen. Aber im richtigen Augenblick fasst die Füchsin ihre Beute.                                                                                                                                                              
(Quelle: my-event-horizon)

Ermelyn ist übrigens der Fabelname der Füchsin.

Und die Antwort auf die Frage: was macht die Frau Füchsin?
Sie erinnert sich daran, umsichtiger mit dem Leben umzugehen und 
sie vertraut auf ihre Fähigkeiten.
Sie entwickelt  Achtsamkeit, Anmut, Sanftheit, Ausdauer und Mut.

Der Rock vor dem Applizieren

Dieser Rock war ein Experiment und gar nicht für die Krafttier-Röcke vorgesehen.
 
Seine Geschichte:
Aus dem rot-orangefärbtem Samt hatte meine Mutter einen langer Rock für mich genäht. Damals war ich im Grundschulalter und der Anlass eine Hochzeitsfeier. Ich erinnere mich, dass ich den Rock furchtbar fand und die Ehe hat auch nicht gehalten. Was jetzt nichts heißen soll!
Ich hatte ihn aufgetrennt und wollte einen Beutel daraus nähen.
Doch es wurde wieder ein Rock, als ich  ihn mit  einem sogenannten Rosenlappen verbunden habe und zu dem seine Farbe phantastisch  passt .
 
Als Rosenlappen  bezeichnet man die Umschlagtücher, die zu unserer heimischen Tracht gehören. Sie kamen gegen Ende des 19.Jahrhunderts auf. Sie können  aus leichter Kaschmirwolle sein und sind mit farbenprächtigen Rosen – und Blumenmotiven bedruckt. Sie wurden schon zu jener Zeit in großen Mengen industriell hergestellt. Heute kann man sie noch in Polen und Russland beziehen.
(Quelle: Als die Frau noch unter die Haube kam. AK Ländliche Kleidung im Kreis Rotenburg des 19.Jahrhunderts e.V)
 
Manchmal sieht man bei uns ältere russische Frauen  damit, z.B. beim sonntäglichen Kirchgang.
Wie alt mein Rosenlappen ist, weiß ich nicht. Allerdings hat der Zahn der Zeit und einige Motten bereits daran genagt.
 
Die von mir sehr geschätzte Zick-Zacklitze dient als verbindendes Element.
Angezogen fand ich den Rock allerdings ziemlich langweilig.
Was lag da näher, als ein Tier darauf zu applizieren.
Und bei der Farbe – klare Sache – eine Füchsin – wollte diesen Platz für sich. 
Die Zeichnung der Füchsin …
… ist aus dem Internet übernommen. Die zusammengerollte Haltung hat mich sehr angesprochen.
Übertragen der Umrisse  auf dem Stoff
Mit dem Kopierrädchen habe ich die Umriss übertragen und nach gezeichnet.

Danach habe ich weißen Filz für den Fuchsschwanz (die Blume) und das Fell  aufgebügelt und  schwarzen Filz für die Nase .

Anschließend wurde appliziert und zwar hauptsächlich die Konturen. 
Dann wurden von mir die Barthaare aufgestickt und die Perlenaugen angenäht.
 
Fertig ist der Rock. Nein nicht ganz !
Noch ein Gehschlitz auf der Rückseite. Er sorgt für die nötige Bewegungsfreiheit.
 
Zum Schluss nochmals die Skulptur von Bernd Weyland "unverstellt".
Sie befindet sich im Stiftsbezirk Bad Hersfeld.
Der Titel Hospest Honest ist lateinisch und übersetzt könnte es heißen:
ehrenwerte Fremde oder Besucher. Jedoch sicher bin ich mir da nicht.
 
Mir gefallen die beiden sehr.
Ein gelungenes Beispiel für das Prinzip: aus Altem mach Neues.
Und getreu meinem Motto:wandelbar ist wunderbar!!

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